Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt von Gott,
der Himmel und Erde gemacht hat. Psalm 121, 1
Augentrost
Meine Augen. Am Abend sind sie einfach nur müde. Von zu viel Computerlicht und Videokonferenzen, in denen sie sich sehr anstrengen müssen auf den kleinen Kacheln Hinweise von Lächeln oder Stirnrunzeln zu entdecken. Auch das Sonnenlicht kann stechen und das Sehen anstrengend machen.
Meine Augen. Am Ende des Tages sind sie erschöpft von den Nachrichten, die auf dem Telefon unablässig hereinrauschen.
Meine Augen sind angestrengt, wenn die Bilder aus den Krisengebieten der Welt mich über die Nachrichten erreichen. In einer Viertelstunde reiht sich Katastrophe an Unglück, Gewalt an Aussichtslosigkeit.
Eigentlich brauche ich jeden Abend so etwas wie Augentrost. Gott sei Dank gibt es den Schlaf, der den Augen Ruhe gönnt. Aber auch, wenn ich sie auf Weitblick stelle, entspannt sich die Netzhaut. Das Flimmern beruhigt sich, wenn ich den Vollmond ansehe oder von der Terrasse den Sonnenaufgang über Athen betrachte. Die Augen beruhigen sich, wenn ich auf das Gesicht eines Menschen fokussiere und wenn Zeit ist, Auge und Herz zu verbinden.
Gott sein Dank für unsere Augen. Fenster zur Seele.
Ich wünsche Ihnen in dieser Woche ausreichend Augentrost und schöne Augenblicke.
Gott gab uns Atem, damit wir leben,
er gab uns Augen, dass wir uns sehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben,
dass wir auf ihr die Zeit bestehn.
Gott gab uns Ohren, damit wir hören.
Er gab uns Worte, dass wir verstehn.
Gott will nicht dieser Erde zerstören.
Er schuf sie gut, er schuf sie schön.
Gott gab uns Hände, damit wir handeln.
Er gab uns Füße, dass wir fest stehn.
Gott will mit uns die Erde verwandeln.
Wir können neu ins Leben gehen.
Evangelisches Gesangbuch 432
Pastorin Frauke Eiben
