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Folge Deinem Stern.
Gestern, am 6. Januar, haben die Heiligen Drei Könige ihr Ziel endlich erreicht. In unserer Familie gibt es die Tradition, dass die Könige sichtbar zur Krippe wandern. Über den Schrank auf das Fensterbrett, zum Fernseher und schließlich auf die Kommode wandern die Drei durch das Wohnzimmer. Ein beweglicher Weihnachtskalender. Damit der Sprung vom Schrank zur Krippe gelingt, hat Enkel Tom vor Jahren eine Legotreppe gebaut. Jetzt sind sie am Stall und der Krippe angekommen, um dem Kind ihre Geschenke zu bringen.

Im Matthäusevangelium ist mit knappen Worten von den drei Weisen berichtet. Wir wissen wenig von ihnen. Nicht wo genau sie zu Hause sind, auch nicht, was sie dort zurückgelassen haben. Wir wissen nicht, welche Abenteuer sie auf dem Rückweg vom Stall erlebten und ob ihr Leben sich durch die Begegnung mit dem Gotteskind verändert hat. Drei Menschen sind einem Stern gefolgt, haben einen König gesucht und ein Kind in der Krippe gefunden. Mir imponieren diese drei geheimnisvollen Männer. Sie haben das Vertraute hinter sich gelassen und sind einem Himmelszeichen, einer Vision gefolgt. Sie haben sich nicht abbringen lassen von den Zwängen des Alltags und den Stimmen der Vernunft, die leise flüstern: „Was bringt das schon? Wer weiß, ob überhaupt etwas zu finden ist?“ Zielstrebig sind sie vorangegangen – ohne sich von Herodes beirren zu lassen – und sind schließlich angekommen. Von den Weisen aus dem Morgenland möchte ich etwas für mich in das Neue Jahr mitnehmen:
So wie sie möchte ich mich trauen, einem Stern zu folgen und an einem Traum festzuhalten, ohne mich davon abbringen zu lassen. Von ihnen möchte ich lernen, mit wachen Augen hin und wieder in den Himmel zu blicken und nach Wegweisung Ausschau zu halten. Und schauen, wo Treppen mich zum Ziel führen. Davon gibt es in Athen ja wirklich reichlich! 🙂
Licht in der Nacht, zieh vor uns her, damit wir uns nicht verirren in diesen dunklen Zeiten. Licht in der Nacht, leuchte uns auf steinigen Wegen, und es wird uns selbst ein Licht aufgehen. Wir werden sehen, in welcher Gestalt heute Gott zu finden ist unter uns Menschen. (U. Seidel, Fällt ein Stern aus der Bahn)
Pastorin Frauke Eiben
