Mütter
In Amsterdam gibt es ein kleines Restaurant mit dem Namen „Moeders“ – „Mütter“. Neben einer Speisekarte, auf der hauptsächlich Gerichte zu finden sind, die an „zu Hause“ erinnern, ist das Besondere an diesem Lokal, dass die Wände mit Fotos und Bildern von Müttern verziert sind. Liebevoll über Jahre gesammelt, von Gästen gestiftet und zusammengetragen. Aus einfachen Wechselrahmen und schön verzierten Holzschnitzereien schauen sie den Besucher an: Mütter bei der Hausarbeit, mit Kindern auf dem Arm, stolz, glücklich, außer Atem, zärtlich, energisch, ausgelassen, angestrengt, besorgt, fröhlich, abgehetzt, ausgeglichen, lächelnd. Da hängt das Foto der streng blickenden älteren Damen mit Knoten und Perlenkette neben der Hippiemutter in Latzhosen und langer Mähne, das Bild der Businessfrau mit Kinderwagen neben dem 50er Jahre Foto, das eine Frau mit Teppichklopfer und Kopftuch zeigt. Allesamt Mütter. Frauen, die Kinder geboren und aufgezogen haben, sie auf dem Weg ins Leben geleitet. Ich denke an meine Mutter: eine Frau, die mit meiner Lebensgeschichte für immer verbunden ist. Nicht alles, was wir miteinander geteilt haben, ging ohne Streit und Auseinandersetzung. In manchem sind wir überhaupt nicht einer Meinung. Aber: Sie hat mich Vertrauen ins Leben, Liebe und Verlässlichkeit gelehrt. Dafür bin ich ihr für immer dankbar. Wenn der Satz stimmt, dass Gottes Liebe auch durch unsere Hände geht, haben Mütter daran einen entscheidenden Anteil.
Gott sei Dank für die Mütter, für die, die uns geboren haben und auch für die, die mütterlich für uns sorgten – Freundinnen, Lehrerinnen, Schwestern – Gott sei Dank für alles mütterliche Sorgen und Hüten, für Geborgenheit und Nähe, für selbstverständliches Dasein und bedingungslose Liebe in unserem Leben.
Sollten Sie einmal das Restaurant „Modders“ besuchen, vergessen Sie nicht, ein Foto Ihrer Mutter mitzunehmen!! Am Muttertag allerdings muss man reservieren, sonst bekommt man keinen Platz.
Frauke Eiben, Pastorin
