Morgen ist Himmelfahrt. Die Bibel erzählt, dass Jesus seine Freunde zum Abschied segnet und vor ihren Augen in den Himmel aufgehoben wird. Zu Gott. Sie bleiben zurück. Mit den Füßen auf der Erde und dem Kopf im Himmel.
Wie im Himmel, so beschreiben wir eine Situation oder einen Ort, an dem es uns gut geht. Der Himmel steht für die Liebe, das Gute, für Frieden und für die Sehnsucht, dass heil und ganz wird, was wir vermissen.
Wer verliebt ist fühlt sich im 7. Himmel. Himmlisch ist es, wenn wir rundum zufrieden sind, mit uns selbst und mit der Welt um uns herum. Ein Vanillepudding, ein weiches Bett, eine wunderbare Aussicht oder der Kuss des Liebsten. Einfach himmlisch.
Ein Stück vom Himmelreich hat Jesus mit den Seinen geteilt und es aufblitzen lassen im gemeinsamen Alltag. Beim Essen und Trinken, beim Diskutieren und Segnen.
Unsere Realität sagt: himmlisch ist es unter uns leider nicht immer. Oft genug erleben wir das Miteinander als anstrengend und egoistisch. Doch der Himmel ist da. Mich hat die folgende Geschichte daran erinnert. Ich habe sie vor längerer Zeit im Internet entdeckt:
Die Anthropologin Margaret Mead wurde von einem Studenten gefragt, wann das erste Zeichen von Zivilisation zu datieren ist. Er dachte dabei an Tontöpfe und Jagdgerät.
Aber nein. Margaret Mead antwortete ihm, dass das erste Zeichen von Zivilisation ein gebrochener Oberschenkelknochen war, der wieder geheilt war.
Sie erklärte dem Studenten: Im Reich der Tiere stirbst du, wenn du den Oberschenkel gebrochen hast. Du kannst nicht weglaufen, wenn eine Gefahr droht, du kannst nicht zum Fluss gehen und trinken oder dir Nahrung beschaffen. Kein Tier kann mit einem gebrochenen Oberschenkel überleben, es wird gefressen.
Ein gebrochenes Bein, das wieder geheilt ist, ist der Beweis, dass sich jemand gekümmert hat. Die Wunde versorgt, die Person in Sicherheit gebracht und ernährt hat. Einfach da war.
Einem anderen in Not und Schwierigkeiten zu helfen, das ist der Beginn der Zivilisation. Und wir teilen das Beste, wenn wir anderen auf diese Weise dienen.
Wie im Himmel so auf Erden. Jede Liebe und Fürsorge, alle Barmherzigkeit und Trost, bringt den Himmel in unser Leben.
Gott, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Einen schönen Himmelfahrtstag!
Pastorin Frauke Eiben
