Heute sage ich DANKE für 10 besondere Monate. Ich tue das mit einem Lied, das sicher viele von Euch kennen. Es steht in unserem Gesangbuch und ist eines der neueren Lieder, obwohl der Text von Martin Gotthard Schneider in diesem Jahr seinen 65. Geburtstag feiert.
Danke für diesen guten Morgen, das dichtete Martin Gotthard Schneider 1961 und gewann damit einen Wettbewerb für neue geistliche Lieder. Er hat es verstanden in diesen Text Grunderfahrungen unseres Lebens aufzunehmen, die alltäglich wiederkehren. Und so können sich viele in seinen Worten wiederfinden. Sehr oft wird es gewünscht: bei einer Taufe, einer Trauung und auch bei einer Beerdigung.
Heute sage ich Ihnen mit diesem Lied „Dankeschön“.
1.) Danke für diesen guten Morgen,
danke für jeden neuen Tag.
Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.
2.) Danke für alle guten Freunde,
danke, oh Herr, für jedermann.
Danke, wenn auch dem größten Feinde ich verzeihen kann.
3.) Danke für meine Arbeitsstelle,
danke für jedes kleine Glück.
Danke für alles Frohe, Helle und für die Musik.
4.) Danke für manche Traurigkeiten,
danke für jedes gute Wort.
Danke, dass deine Hand mich leiten will an jedem Ort.
5.) Danke, dass ich dein Wort verstehe,
danke, dass deinen Geist du gibst.
Danke, dass in der Fern und Nähe du die Menschen liebst.
6.) Danke, dein Heil kennt keine Schranken,
danke, ich halt mich fest daran.
Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.
Danke für diesen guten Morgen: für den Blick vom Balkon, wenn die Stadt erwacht, für rosarote Wolken, für das kleine Verkehrschaos, wenn die Kinder zur Schule gefahren werden, für einen Becher Kaffee, bevor der Tag beginnt, für das Blau von Himmel und Meer.
Danke für alle guten FreundInnen: es ist nicht selbstverständlich in so wenigen Monaten Menschen kennenzulernen, die ihr Herz öffnen. Danke für Gespräche, gute Tipps, z.B. welche Taverne und welches Konzert besonders gut ist, danke für gemeinsames Lachen und Verständnis, für Einladungen und Adressentausch.
Danke für meine Arbeitsstelle: die Christuskirche habe ich von Herzen lieb gewonnen. Die Klarheit, das Fenster, die beiden Engel am Eingang, die mich bei mancher Predigt beobachtet haben (weil ich von meinem Schreibtisch aus, direkt auf sie schaue), den Garten, besonders beim Kirchkaffee. Aber auch die Gesprächs- und Plauderrunden sind mir lieb geworden. Danke für engagierte Ehrenamtliche und den Gemeindekirchenrat, die soviel dazu beitragen, dass die Sina 66 und 68 gute Orte sind. Danke für Bettina im Büro, die mich jeden Montag mit „gute Woche, guten Morgen“ begrüßt und manchmal kommt ja auch noch „guten Monat“ dazu. Danke Lena und die Freiwilligen, meine Nachbarn. Schön, dass junge Leute in Rufweite wohnen.
Danke für alles Frohe, Helle und für die Musik: danke an Christos Paraskevopoulos, an Katerina, Michalis und Giannis für die schöne Musik, für eine wunderbare Zusammenarbeit mit Humor und Liebe. Danke auch für die Abendmusiken in der Christuskirche.
Danke für manche Traurigkeiten, danke für jedes gute Wort: ich durfte Menschen in schönen Momenten begleiten, aber auch bei Abschied und Sorgen, bei Kummer und Schmerz. Es macht mich dankbar, dass Menschen sich mir anvertraut haben. Wenn eine Lebensgeschichte und das Evangelium sich begegnen können, empfinde ich es als so heilsam und freue mich, wenn ich dabei hilfreich sein kann.
Danke, dass in der Fern und Nähe du die Menschen liebst: da kann ich mich nur anschließen. Menschen, die mir sehr nahe stehen, waren für 10 Monate in der Ferne, und Menschen, die ich vorher nicht kannte, sind mir nahe gekommen. Eine wunderbare Erfahrung. Aber ganz ehrlich: manchmal ist es auch gar nicht so einfach auszuhalten, dass jemand, der mir wichtig ist, gerade nicht in der Nähe ist.
Ich danke meinem Mann, den Kindern und Enkelkindern und den Freundinnen und Freunden für Telefonate, Videoanrufe und Besuche. Das war schön. Und es ist ein Privileg, dass es jetzt Menschen in Athen gibt, die mir sicher nah bleiben werden.
Danke für 10 besondere Monate!! Danke, ich will Gott danken, dass ich danken kann.
Viel Gutes und Segen für Euch alle!
Frauke Eiben, Pastorin
