Es ist Sommerzeit
Wenn in diesen Wochen kein Gottesdienst in der Kirche stattfindet, schicken wir Ihnen einen Sommerimpuls. Dieser erreicht Sie zu jedem Sonntagmorgen als ein Gruß aus der Gemeinde. Der Impuls ist individuell gestaltet, verbunden mit einem biblischen Wort, Gebet, einem Bild und persönlichen Gedanken dazu. Vorbereitet wird er von einer Gruppe aus der Gemeinde und in Absprache mit Pfarrer Martin Bergau.
27. Juli 2025 – 6. Sonntag nach Trinitatis
Wochenspruch
So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein. (Jesaja 43,1)
Aus dem Psalm zur Woche:
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. …
Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. …
Herr, du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
Es war dir mein Gebein nicht verborgen, da ich im Verborgenen gemacht wurde, da ich gebildet wurde unten in der Erde.
Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war. (Aus Psalm 139)

Von Gott gesehen, angesprochen und geschützt:
Das Marien-Relief über der Eingangstür des Christlichen Heilungszentrums Burrswood, Südengland
Zum Psalm
Ich sitze bei meinem Hausarzt und warte auf die Vorsorgeuntersuchung. An den Wänden hängen Poster mit der Darstellung der Blutbahnen und Organe in meinem Körper. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Alles ist so perfekt aufeinander abgestimmt! Und dass das auch nach 70 Jahren – trotz mancher ‚Zipperlein‘ – noch weitestgehend funktioniert – für mich Nichtmediziner ein Wunder.
Im Psalm 139 reagiert der Beter auf diese Erfahrung: „Ich danke dir, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin.“ In dieses Gebet stimme ich gerne mit ein. Auch wenn ich manche Einwände habe, wenn der Rücken sich meldet oder Zahnschmerzen plagen. Oder weil ich mich nicht traue, das auszusprechen. Es klingt ja nach Eigenlob! Aber es stimmt: Ich bin wunderbar gemacht. Und wenn Gott es mit meinem Körper schon so gut gemeint hat, dann höre ich den Satz „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ nicht als Einengung. Ich bin ‚von guten Mächten wunderbar geborgen‘. So dichtete es Dietrich Bonhoeffer im Gefängnis. Und der Wochenspruch erinnert daran, dass Gott mir diese Zusage sehr persönlich zuspricht, indem er mich mit meinem Namen anruft. Ich brauche mich nicht mehr zu fürchten.
An diesem Sonntag können wir uns daran auf vielen Wegen erinnern. Das könnte z.B. so aussehen:
– Fahren wir an das Meer und suchen uns einen Platz mit Blick auf den Sonnenuntergang. Dann sehen wir zwar nicht die Morgenröte, aber auch die Flügel der Abendröte tragen uns. Sprechen wir uns Teile des Psalms vor: „Ich bin wunderbar gemacht!“ Nehmen wir dabei unseren Körper in den Blick und die Hand. Schauen wir ihn dankbar an. Nehmen wir ihn wahr – von der Fußspitze bis zum Kopf. Ich bin wunderbar gemacht! Danke!
– Oder wir suchen einen anderen Ort, der uns guttut. Stellen wir uns vor, dass die Kraft der Liebe uns mit unserem Namen anspricht: Fürchte dich nicht! Du bist mein! Nichts kann uns trennen!
Fürbitte
Du, Leben schaffender Gott, ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin. Du hast mich geschaffen. Du gibst meinem Leben Sinn.
Du, schützender Gott, ich danke dir, dass du deine Hand über mir hältst – wie eine Mutter oder ein Vater über dem Kind. Ich bin geborgen.
Du, wahrnehmender Gott, ich danke dir, dass du mich mit meinem Namen ansprichst. Du kennst ihn, du kennst mich. Du suchst den Kontakt zu mir. Wie gut!
Du, hörender Gott, wende dich den Menschen zu, die sich nach diesen Erfahrungen sehnen. Die sich nicht leiden können, die sich ungeborgen fühlen, die niemand wahrnimmt. Lass deine Liebe und deinen Frieden für sie aufleuchten.
Amen.
Segenswunsch
Gott segne dich – dich, den er wunderbar geschaffen hat.
Gott behüte dich – er halte seine Hand über dir.
Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir – sein wärmender Blick erreiche dein Herz.
Gott sei dir gnädig – er zeige dir, wie du anderen und dir selbst vergeben kannst.
Gott erhebe sein Angesicht auf dich – er spreche dich freundlich mit deinem Namen an.
So gebe Gott Frieden – dir und der Welt.
Amen.
Pastor Kurt Riecke
