Es ist Sommerzeit
Wenn in diesen Wochen kein Gottesdienst in der Kirche stattfindet, schicken wir Ihnen einen Sommerimpuls. Dieser erreicht Sie zu jedem Sonntagmorgen als ein Gruß aus der Gemeinde. Der Impuls ist individuell gestaltet, verbunden mit einem biblischen Wort, Gebet, einem Bild und persönlichen Gedanken dazu. Vorbereitet wird er von einer Gruppe aus der Gemeinde und in Absprache mit Pfarrer Martin Bergau.
24. August 2025 – 10. Sonntag nach Trinitatis
Schlagt froh in die Hände, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall! (Psalm 47, 2)
Vor einiger Zeit war ich zum ersten Mal im Kölner Dom. Von außen habe ich ihn schon oft wahrgenommen, er ist auch nicht zu übersehen, man bekommt ihn nicht wirklich aufs Foto.
Ja, auch von innen ist er schon sehr beeindruckend. Gebaut über einen Zeitraum so vieler Jahrhunderte.
Wir betrachteten die Fenster, und ein Fenster ragte heraus, es ist „modern“, und wie mir berichtet wurde, wohl sehr umstritten, weil es eben so anders ist als all die anderen.
Der Künstler Gerhard Richter hat es Jahr 2007 gestaltet. Es zeigt keine Geschichten von Aposteln, Märtyrern, Heiligen, etc. Es zeigt viele bunte Quadrate, und wenn die Sonne hindurch scheint, gibt es die vielen Farben auch auf dem Boden.
Durch das Strahlen der Sonne wird die Schönheit der Farben weitergetragen.
So viele verschiedene Farben, und doch alle zusammen in diesem einen Fenster. Jede steht und strahlt für sich, und alle zusammen zeigen die Einzigartigkeit dieses Fensters.
Ich finde, das passt zu dem oben zitierten Psalm:
Schlagt froh in die Hände, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!
Hier ist es der Schall, das Singen und Jauchzen, und im Fenster sind es die Farben.
Und so ergänze ich: Strahlt vor Freude und bereichert die Welt mit eurer je eigenen Schönheit. Zusammen könnt ihr ein beeindruckendes Werk sein!
Zusammen trotz aller Verschiedenheit. Das könnte doch die Botschaft sein in dieser unruhigen, zerstrittenen Zeit.
Wichtig ist die Sonne, die Kraft, die alles zum Strahlen bringt. Sich von ihr, von Gott zum Leuchten bringen zu lassen, sich seiner Liebe gewiss sein, das lässt uns jauchzen und fröhlich sein.
„Schlagt froh in die Hände, alle Völker …“ So steht es da.
Welche Farbe ist die beste? Das ist Geschmacksache. Und das ist subjektiv. Wir haben unsere Lieblingsfarben.
Tiefes Blau, warmes Gelb und Orange, knalliges Rot, intensives Lila, fröhliches Grün – so, wie in der Natur. In der Schöpfung.
Manchmal sind sie ganz blass und zart, manchmal sehr intensiv – jede hat ihren Ort und ihre Zeit. Je nach dem, wie sie angestrahlt werden.
Mir kommt das schöne Licht in Griechenland in den Sinn, besonders dann, wenn die Sonne untergeht. So warm, so sanft, so ruhig und doch sehr intensiv.
Im alten Lied „Morgenglanz der Ewigkeit“ (EG 450) ist es das Morgenlicht mit seiner Strahlkraft.
„Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen Lichte. Schick uns diese Morgenzeit, deine Strahlen zu Gesichte, und vertreib durch deine Macht unsere Nacht!“
Und dann werden die Farben sichtbar und können leuchten. Das moderne Fenster zeigt, dass weitergeht, was vor so langer Zeit begonnen hat, anders, aber inmitten all der alten Fenster zeigt auch dieses Fenster eine Facette der christlichen Botschaft in heutiger Zeit. Es bleibt, was uns gewiss ist, und es geht weiter. Es setzt die Reihe der alten Fenster in neuem Licht fort.
https://www.youtube.com/watch?v=8gmrp82C3XM&ab_channel=Intermezzo-MusikalischeStreiflichter

Gebet
Lass uns strahlen in deinem Licht, Gott.
Lass uns deine Wärme spüren.
Gib uns Kraft und Zuversicht in dieser bunten Welt.
Segen
Gott segne dich und mache die Wege hell, die er dich führt.
Er lasse dich seine Nähe spüren, wenn du dich ängstigst,
und öffne deine Augen und dein Herz für die Freude
und für die Menschen, die er dir schenkt.
Er gebe dir Frieden. Amen.
Pfarrerin Iris Kaufmann
