Neu starten
Wenn mein Computer sich in einem Programm verhakt und nicht auf meine Anweisungen reagiert, probiere ich nicht viel herum: runter fahren und neu starten. Meistens funktioniert es dann. Manchmal wünschte ich mir auch so einen Knopf für mein Leben: runter fahren und neu starten. Wenn etwas richtig schief gegangen ist, wenn ich etwas versäumt habe, nach einem dummen Streit oder einer Unachtsamkeit. Wie gut tut es, sich nicht selbst im Wege zu stehen und sich zu verhaken in Schuldgefühlen, einem schlechten Gewissen oder Groll. Wir Menschen haben zwar keinen Knopf, der uns bei dieser Aufgabe hilft, aber es gibt Tage wie den Buß- und Bettag, die uns erinnern: Fahr mal runter mit deiner Energie, sortiere die Dinge, die falsch gelaufen sind und starte dann neu. Manches kann man nicht rückgängig aber vielleicht wieder gut machen. Es macht den Kopf und das Herz frei, vor Gott auszusprechen, wo etwas falsch gelaufen ist, in meiner Beziehung zu anderen Menschen, zu mir selbst, zu Gott und zur Schöpfung. Sich eingestehen, das muss anders werden, um Vergebung bitten und dann neu starten macht das Leben leichter.
Auch wenn der Bußtag, mitten in der Woche, kein großer Feiertag ist, ist er ein wichtiger Anhaltepunkt in unserem Kirchenjahr. Zwischen Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag, gibt es die Erinnerung, umzukehren, einen Streit zu beenden, mit sich und anderen ins Reine zu kommen. Denn Frieden, den wir uns für die Welt so sehr ersehnen, fängt bei uns an.
In diesem Sinne Ihnen allen einen gesegneten Buß- und Bettag und eine gute Woche.
Pastorin Frauke Eiben
